Kloster Zella
Eines der ältesten Klöster des Eichsfeldes — gegründet um 1175, mit romanischer Kirche und bewegter Geschichte.
Über die frühe Geschichte des Klosters ist wenig bekannt — alle Urkunden wurden 1649 im Dreißigjährigen Krieg vernichtet. Als Doppelkloster für Mönche und Nonnen existierte es bereits um 1175. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts war Zella ein reines Benediktinerinnenkloster für 25–30 Nonnen. 1294 kam es zum Bistum Mainz.
Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster großteils zerstört, in der Gegenreformation wiederbelebt, im Dreißigjährigen Krieg erneut geplündert. 1803 erfolgte die Säkularisation, 1810 die Aufhebung. Heute verbringen 110 Senioren im Kloster Zella ihren Lebensabend.
Das ehemalige Kloster umfasst ein unregelmäßiges Areal, malerisch am Hang des Kälberberges (466 m) oberhalb der Frieda gelegen. Den nördlichen Zugang bildet ein eigenständiges Torhaus mit geschnitzten gewundenen Säulen im Fachwerk — darüber eine hölzerne Sonnenuhr mit der Jahreszahl 1708, eine der wenigen historischen Sonnenuhren des Eichsfeldes.
Die Klosterkirche St. Nikolaus gehört zu den wenigen gut erhaltenen Resten romanischer Baukunst im Eichsfeld. Ein einschiffiger Saalbau mit eingezogener Apsis, hohen Rundbogenfenstern und einem verschieferten Dachturm. Die Kirche wurde 1992 restauriert und neben Gottesdiensten finden dort regelmäßig Konzerte statt.
Vor Jahrhunderten stand im Klosterhof eine alte Linde, unter deren weit ausgebreiteten Zweigen die Nonnen an heißen Sommertagen gern rasteten. Die Sage erzählt von einem Bauernmädchen aus dem nahen Dorf Struth, das als Schwester Angela ins Kloster eintrat und dort trotz ihrer Jugend zur Äbtissin gewählt wurde. Sie war bekannt für ihre Güte und Milde — die Leute nannten sie den „Klosterengel“.
Als eines Tages ein schweres Gewitter aufzog, wusste sie durch den Volksglauben, was ihr bevorstand — denn sie war selbst während eines Gewitters geboren worden. Sie empfing das Abendmahl, setzte sich unter die alte Linde und betete den Rosenkranz. Ein Blitz schlug in die Linde — die Äbtissin war nicht mehr. An ihrer Stelle steht heute ein steinernes Kruzifix.